



















MÖNCH – ein dramatisches Gebet (2024)
Das Theaterstück MÖNCH wurde als Freie-Szene-Projekt mit Laienschauspieler*innen und professionellen Theaterschaffenden realisiert. Die Idee des Projekts war es, mit den vorhandenen “Gegebenheiten” vor Ort zu arbeiten und diese als nspirationsquelle, sowohl inhaltlich als auch materiell, zu nutzen. Ein weiterer Anreiz war, zu erkunden, wie Theater im ländlichen Raum umgesetzt und als Praxis gestärkt werden kann.
Als Theaterbühne diente die alte Scheune des Kulturzentrums und Theaterlabors “Unser Theater” e.V. in Schwabhausen, die sich direkt neben der Kirche des Dorfes befindet. So waren beispielsweise die Kirchenglocken auch während der Vorstellung präsent und bestimmten deren Rhythmus.
Was die Materialauswahl betrifft, nutzten wir Gebrauchtes aus lokalen Quellen und integrierten die Geschichten der vorherigen Nutzung in das Stück. Neben den Darsteller*innen, die aus der näheren Umgebung stammten, bekamen auch die Materialien eine “Stimme”. Ein wesentlicher inhaltlicher und materieller Bestandteil der Inszenierung war Erde, die als nicht-menschliche Akteurin auf der Bühne behandelt wurde. Auch Geräusch- und Klangaufnahmen des Ortes Schwabhausen (Field Recordings) wurden in das Stück integriert und neu kontextualisiert.
Die inhaltliche Auseinandersetzung war stark von Themen bestimmt, die im ländlichen Raum Oberbayerns präsent sind. Für eine theatrale Auseinandersetzung mit dem Heimatbegriff aus feministischer Perspektive fügten wir den etablierten Stimmen aus Kirche, Vereinen und Lokalpolitik eine weitere Position hinzu. Diese stellt sich speziell den Herausforderungen unserer Zeit, wie wachsenden klimatischen Katastrophen und sozioökonomischen Ungleichheiten.
Im Bezug auf diese Themen entwickelten wir Fragestellungen, die zukünftig sowohl vor als auch hinter der Bühne verhandelt werden müssen: Wie können wir für unsere Umgebung Sorge tragen? Wie können wir neue Rituale in alten und vertrauten, gesellschaftlich konstruierten Lebensrealitäten finden, die für zukunftsfähiges Denken und Handeln nützlich sind?
Um die Textilien über ihre standardmäßige reine Bekleidungsfunktion hinaus zu verwenden, wurden sie aktiv in den Raum integriert. So dienten zum Beispiel Vorhänge, die um den Körper drapiert wurden, auch als Kostümteile, um eine neue Rolle zu markieren.
Premiere : 07.09.2024
Regie & Text : Franziska Wenning
Kostüm : Anja Gast
Bühne : Anja Gast & Franziska Wenning
Sound: Rémy Bocquillon
Spiel: Maximillian Ahl, Anna Köber, Anja Gast, Franziska Wenning
Spielstätte: Unser Theater e.V.
Fotos: Florian Mahr
weiterführende Links: