

















Ein Tag mit Goya in der Hochschule für bildende Künste Dresden (2020)
Die Fotostrecke zeigt das Ergebnis meiner Auseinandersetzung mit dem exzentrischen Kleidungsstil des spanischen Malers Francisco de Goya y Lucientes auf seinem Gemälde “Selbstbildnis im Atelier” (1790-59). Zu dem Thema inspiriert war ich auch durch den Roman “Goya – oder der arge Weg der Erkenntnis” von Lion Feuchtwanger (1951). Als widersprüchliche Künstlerpersönlichkeit war Goya ein loyaler Hofmaler der zugleich sozialkritische Bildwelten schuf und heute als “Prophet der Moderne” gehandelt wird.
Auf dem Selbstbildnis trägt Goya zum Malen eher “ungeeignete” Kleidung. Neben der auffälligen Hutkreation des Malers, die für bessere Lichtverhältnisse mit Kerzen bestückt ist, trägt er eine kurze Trachtenjacke, eine sog. jaqueta im Stile der Majos. Als immigrierte Volksgruppe aus den südlichen und östlichen Teilen Spaniens ließen sich die Majos in Städten wie Madrid nieder und kreierten dort in den Arbeitervierteln, den sog. barrio bajos, eine Art “Subkultur”, die sich vor allem durch den Kleidungsstil definierte. Die Tracht der Majos und Majas (Traje de Macho), welche ihren Ursprung in Andalusien hat, kann als eine visuelle Darstellung von Spanien verstanden werden. Auf traditionelle Art wird die jaqueta mit einer kurzen Weste (camiza) und Kniehosen (calzones) kombiniert. Goya kombiniert seine Jacke mit einer kurzen Weste, welche wie die Beinkleider (pantalons) der europäischen Mode Ende des 18.Jhd. entspricht.
Als weibliches Pendant fertigte ich ein historisches Damenkostüm nach einem weiteren Werk von Goya. Es handelt sich um ein Portrait der Herzogin von Allba, welche ebenfalls die modische Kleidung der Zeit mit Elementen der spanischen Maja – Tracht kombinierte.
Das Kostüm war ursprünglich für ein Theaterstück gedacht und ist dementsprechend “bühnenfreundlich” gearbeitet.
Verleih auf Anfrage
Fotos: Andrea Eschmann
Gemälde: prometheus Bildarchiv