In den Gärten des Prado (2020)

Maria del Pilar Theresa Cayetana de Silva y Álvarez de Toledo war die 13. Königin von Alba. Sie wird 1762 in Madrid geboren und galt neben der Königin Maria Luisa als einflussreichste Frau Spaniens und war bekannt für ihre Schönheit. Man sagte der Herzogin nach, dass sie oft durch die Straßen spazierte und sich des nachts in den Gärten des Prado aufhielt um sich dort mit Stierkämpfern und anderen Liebhabern zu treffen, zu denen wahrscheinlich auch der Maler Francisco de Goya gehörte.

Die Herzogin von Alba war eine unkonventionelle Frau, die sich bewusst den starren sozialen Normen des spanischen Hofes widersetzte. Sie strebte ein freies und ungezügeltes Leben an, pflegte Kontakte zum einfachen Volk, zu Künstlern und Stierkämpfern, und zeigte große Großzügigkeit gegenüber ihren Angestellten und weniger Begüterten.

Als Vorlage für die Umsetzung eines historischen Damenkostüms wählte ich das Bildnis der Herzogin, das Francisco de Goya um 1795 von ihr anfertigte. Obwohl ihre Haltung “fast steif” wirkt, strahlt sie auf dem Gemälde eine eigensinnige Charakterstärke aus, unterstützt durch ihren direkten, aber distanzierten Blick und einen herrischen Fingerzeig.

Sie trägt eine weiße Chemise aus Musselin im anglo-französischen Stil, die sie mit patriotischen Elementen wie roten Schleifen, einer roten Schärpe, genannt “Faja”, und einer goldenen Fransenborte kombiniert. Ihr Schmuck umfasst Korallen- und Goldschmuck, wobei ein Armreif die Initialen ihres Nachnamens und des ihres verstorbenen Mannes trägt. Das ungepuderte, schwarze Haar und das Rouge im Gesicht unterstreichen ihre unkonventionelle Persönlichkeit. Dieses Porträt verkörpert somit sowohl ihren individuellen Charakter als auch das kulturelle Phänomen des “Majismo” im späten 18.Jhd.

“Majismo” war eine Art und Weise, wie sich Spanien durch Mode und Lebensstil selbst definierte. Die Tracht der Majos und Majas, die ihren Ursprung in Andalusien hatte, wurden zu einer visuellen Repräsentation Spaniens und ein Versuch, eine eigenständige nationale Identität zu konstruieren. Die Herzogin von Alba nutzte diesen Stil, um ihre rebellische Natur und ihren tief verwurzelten Patriotismus öffentlich zu zeigen, indem sie sich bewusst von der steifen Etikette des Hofes abgrenzte und stattdessen eine authentische, spanische Lebensart zelebrierte.

Das Kostüm war ursprünglich für ein Theaterstück angedacht und ist dementsprechend “bühnenfreundlich” gearbeitet.

Verleih auf Anfrage

Fotos: Andrea Eschmann
Gemälde: prometheus Bildarchiv