SOIL is Lava – Gebete auf dem nackten Boden (2026)


Welche physischen Beziehungen gehen wir mit dem Boden ein?

Die choreografische Inszenierung von Franziska Wenning erforscht in drei Teilen die Körper-Boden-Beziehung aus der Perspektive queer-feministischer Ökologien. Als Grundlage dienten Bewegungsabläufe wie das Knien als rituelle Praxis, das Rasenmähen als alltäglicher Arbeitsvorgang sowie Kreis-Läufe und Stand-bewegungen. Die Bewegungen wurden angeregt von choreographischer Bodenarbeit, dem Vorgang des Kompostierens als zirkulärem Verwandlungsprozess, liturgischen Stilmitteln, zyklischen und zirkulären Dramaturgien und der Veränderung der Temperatur des Erdbodens entwickelt.

Für die Umsetzung der Kostüme wurden ausschließlich gebrauchte Textilien verarbeitet. Ziel war es, die Körper-Boden Beziehung durch den Stoff zu kommunizieren. Als Inspiration für die Silhouette diente deshalb der Vorgang des Schmelzens der durch den Einsatz überlanger Ärmel, fließender, weich fallender Stoffe verstärkt wurde. Die Ärmel können durch raffen, wickeln, schwingen und hinterher ziehen auf verschiedene Weise bespielt werden und verstärken bzw. vergrößern dadurch die Bewegungen der Spieler*innen. Für das Farbkonzept wurde mit Hinblick auf die Schlichtheit des Raumes mit klarer Farbgebung reagiert die eine harmonische Beziehung mit dem Holzboden eingeht. Für das weinrote Kostüm wurden rote T-Shirts mit natürlichen Blauholz-Extrakten gefärbt.

Premiere 25.4.2026 – Akademie der Künste Berlin

Choreographie/Regie : Franziska Wenning

Kostüm : Anja Gast

Sound : Rémy Bocquillon

Interpretation : Maximilian Jean-Luc Ahl, Franziska Wenning

Fotos: J.Wenning, Joanna Wilk (JUNGE AKADEMIE, Akademie der Künste)