


















KONZIL (2022)
Diplominszenierung von Franziska Wenning
Gaudet Mater Libertas. Einberufen wird zum Konzil. Eine Gruppe von Menschen, die ihren Glauben verloren hat, versammelt sich und stellt die alte religiöse Ordnung infrage. Dabei stören sie Orte ihrer Vergangenheit und Gegenwart auf und bewegen sich ständig weiter, eilend, galoppierend, tanzend, rastlos. In vier Teilen – Verführung, Scheinheiligkeit, Pilgerschaft und Ikonographie – werden Stoffe von Molière (“Don Juan”/”Tartuffe”), Fassbinder(“Pilgerfahrtsmotive”) und Djuna Barnes aufgegriffen und auf unterschiedliche Formen von Glaubensverlust und Umsturz untersucht. Es zeigt sich, dass keine klare Erlösung möglich ist.
Die barocke Idee des Auflösens antiker Vorbilder, des regel- & formlosen, das ins Unendliche streben-wollen, dient sowohl inhaltlich als auch optisch auf der Bühne als Stilmittel: Eine ins Vibrieren gebrachte Gerade – sich ins digitale Jetzt fortsetzend. Die “Baustelle” als Ort der Auseinandersetzung und des Umgangs mit dem Vorgefundenen – eine bewegte Mischung aus Konservieren und Transformieren – bildet einen Teil des Kostümbildes. Witterungsbeständige Funktionstextilien die mit wallenden, in Falten gelegten Schnitt-Elementen aus dem Barock kontrastiert werden, verhandeln die Rastlosigkeit der (Glaubens-)fragen im Stück auch optisch.
Premiere: 14.01.2022
Regie & Choreografie: Franziska Wenning
Dramaturgie: Alissa Geffert
Regieassistenz: Kioma Palmen
Bühne: Franziska Wenning
Kostüm: Anja Gast
Mitarbeit Kostüm: Marlene van Dieken
Spiel: Lorenz Grabow, Nihan Didar Kirmanoğlu, Therese Lösch, Milena Arne Schedle, Julia Zupanc
Spielstätte: Studiobühne Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin
Fotos: Lino Strässer
Technik: Ingmar Steinfurth